Nachruf auf Heinz Vettermann

Heinz Vettermann

Als ich das erste mal von Heinz Vettermann hörte war ich ein kleiner Schülervertreter in Linz und er Sekretär in der SJ Wien. Die „Faymann/Vettermann-Partie“ war, von Oberösterreich aus gesehen, der Hort des Bösen, ich war gewarnt.

Ein paar Jahre später absolvierte ich ein mehrteiliges Rhetorik-Seminar am Renner-Institut und Heinz war einer meiner Trainer. Nach einigen langen Gesprächen in den Mittagspausen im Park des Schlosses Altmannsdorf war mir klar, dass er nicht zu den Bösen gehört, ganz im Gegenteil: Wir wurden Freunde für’s Leben.

Wieder ein paar Jahre später stellten wir unabhängig voneinander fest, dass wir uns beide für Buddhismus interessierten und fragten uns, was das eigentlich für unser politisches Engagement bedeutete. Wir gründeten gemeinsam die Gruppe Red Buddha, um diese Frage für uns beantworten zu können: Wie gehen spirituelle Entwicklung und Politik eigentlich zusammen? Wir fanden gar nicht so wenige MitstreiterInnen auf diesem Weg und lernten von spannenden Menschen, die zu dem Thema einiges zu sagen hatten, wie etwa Karl-Heinz Brodbeck, David Loy oder Kai Romhardt.

Was wir dort lernten, und was Heinz aus seiner eigenen Praxis in verschiedenen Zen-Schulen mitnahm, floss in seine vielfältigen Aktivitäten ein: Bis zuletzt als Generalsekretär der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft und lange Jahre als Wiener Gemeinderat, als Vorsitzender der SPÖ Josefstadt und in vielen anderen Funktionen. Überall, wo er sich engagierte, hinterließ er tiefe Spuren.

Heinz, ich werde Dich vermissen: Dein Engagement, Deine ruhige, überlegte Art, Deinen Humor, Deine spirituelle Tiefe, die Du nicht plakativ vor Dir her tragen musstest. In Deiner Gegenwart fühlten sich die Leute wohl und Du hattest immer einen guten Rat parat.

Du bist viel zu früh gegangen. Mach’s gut!

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