Okt 232014
 


Verleger: “Wir wollen Geld von Dir.”
Suchmaschinenbetreiber: “Wofür?”
Verleger: “Dafür, dass Du unsere Inhalte bewirbst.”
Suchmaschinenbetreiber: “Dann bewerbe ich Eure Inhalte eben nicht mehr.”
Verleger: “Nein, das darfst Du auch nicht. Du musst unsere Inhalte bewerben, und dafür musst Du uns bezahlen!”
Suchmaschinenbetreiber: surprise

Mai 222014
 


Das “Europa der Völker” ist eine Fiktion und ein Propagandabegriff. Das “Volk Europas” wäre schon treffender, wie meine eigene Familiengeschichte zeigt.

Von (neu)rechten Gruppierungen wird gerne das angebliche “Europa der Völker” als Vorwand dafür genommen, dass europäische Einheit und Einigung unmöglich, in irgendeiner Form “falsch” und daher abzulehnen sind. Von der Gefahr der Durchmischung der Kulturen ist gerne die Rede und von der Aufrechterhaltung der eigenen kulturellen Identität. Auf der Website der “Identitären Bewegung Österreich” liest sich das zum Beispiel so:

Identitär zu sein heißt für uns, mit vollem Einsatz für den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität einzutreten. Unsere Identität ist für uns das Zusammenspiel aus unserer tradierten Kultur, unserem Bewusstsein, eine homogene, verwandte Gemeinschaft zu sein sowie der gemeinsamen Erinnerung an ihren Weg durch die Zeit.

(…)

Aus diesem Bewusstsein folgt die Erkenntnis um die Vielfalt der Identitäten, die Welt der tausend Völker und Kulturen, die je ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Schicksal und ihre eigene Sprachwelt haben.

Die Fiktion besteht also anscheinend darin, dass Europa aus lauter einzelnen Völkern besteht, die eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben und im besten Fall friedlich miteinander koexistieren und vielleicht noch ein bisschen Tourismus und Handel treiben. Dieses “Europa der Völker” sei nun durch den europäischen Einigungsprozess gefährdet und alle möglichen unangenehmen Entwicklungen (die ich jetzt nicht einzeln aufzählen möchte) seien die Folge.

Einer der Stehsätze der Familienforschung besteht darin, dass, wenn man nur weit genug zurückgeht, ohnehin jeder mit jedem verwandt ist – spätestens bei Adam und Eva. Das ist allerdings auch nicht besonders hilfreich.

Ich habe mir daher meine eigene Familiengeschichte näher angesehen um herauszufinden, zu welchem “Volk” ich eigentlich gehöre. Und ich musste nicht bis zu Adam und Eva zurückgehen um zu erkennen, dass genau dieses “Volk” eine reine Fiktion darstellt. Kulturelle Identitäten wechseln oft schon innerhalb einer Generation und die Herkunft der Großmutter ist in den Köpfen der Enkerln nur noch eine Familienlegende, nicht mehr.

Die Wanderungen meiner Vorfahren (click for Google Maps)

Die Wanderungen meiner Vorfahren (click for Google Maps)

Ich gehe also nur vier Generationen zurück, zu meiner Ururgroßmutter. Sie stammte aus dem Aargau in der Schweiz, heiratete in Hohendorf-Neugattersleben (Sachsen-Anhalt) einen aus Böhmen stammenden Lokomotivführer und brachte dort auch meine Urgroßmutter zur Welt.

Diese Urgroßmutter heiratete in Brod (Kroatien) einen aus Brumov in Mähren gebürtigen Postbeamten, meinen Urgroßvater. Seine Eltern stammten aus Klosterneuburg (Niederösterreich) und aus Hohenmauth in Böhmen und lebten in Brünn (Mähren). Mein Urgroßvater war an unterschiedlichen Orten am Balkan stationiert, seine beiden Söhne kamen in Tuzla (Kroatien) zur Welt, seine Tochter (meine Großmutter) in Sarajevo (Bosnien).

Diese Großmutter ging nach dem Ende der Monarchie mit ihren Eltern nach Wien und heiratete dort einen aus Dölsach in Osttirol gebürtigen Polizeibeamten, meinen Großvater.

Mein Vater kam in Wien zur Welt und war folgerichtig – ein echter Wiener.

Die mütterliche Seite meiner Familie stellt sich ähnlich dar. Ein Ururgroßvater wanderte aus Gajary, einem ungarischsprachigen Dorf in der Slowakei (damals zu Ungarn gehörend), nach Wien aus. Die anderen Vorfahren aus seiner Generation waren zwar alle schon in Wien geboren, aber deren Eltern kamen ebenfalls aus vielen Teilen der Monarchie: aus kleinen Dörfern in Böhmen, aus Schlesien, aus Mährisch-Schlesien, aus Mähren, aus dem Weinviertel und aus dem Mühlviertel.

Meine Mutter ist also ebenfalls eine echte Wienerin – wäre sie nicht aus einem historischen Zufall in Steyr in Oberösterreich auf die Welt gekommen.

Kurz zusammengefasst: Meine “Volkszugehörigkeit” (nach heutigen Staaten) erstreckt sich von der Schweiz über Deutschland, Polen, Tschechien und die ethnischen Ungarn der Slowakei, bis nach Bosnien und Kroatien und endet in Tirol, Oberösterreich, Niederösterreich – und Wien.

Was war nochmal das “Europa der Völker”?

Mai 212014
 
Die Meinungsmutigen, der VÖZ und der Überwachungsstaat

Vor wenigen Wochen verkündete Russland eine strengere Regulierung des Internets. Die Süddeutsche schrieb am 25.4.2014 unter dem Titel “Russland gängelt seine Blogger“: Russland geht stärker gegen seine Blogger vor. Laut einer Verordnung des Parlaments in Moskau müssen sich “Internetnutzer, die man Blogger nennt”, so der Wortlaut, zukünftig mit Namen registrieren lassen, berichtet die russische Nachrichtenagentur [...]

Mai 162014
 
Die Meinungsmutigen: Herr Rosam, vergessen Sie den Blödsinn!

Als wir 1992 die Black•Box als erste Online-Community Österreichs (damals als “Mailbox”, heute vergleichbar mit einem “Social Network”) eröffneten, war es eines unserer wichtigsten Prinzipien, dass sich unsere User ausschliesslich unter ihren echten Namen registrieren und äußern durften. Wir nannten es das “Real-Name-Prinzip”. Viele Jahre lang überprüften ehrenamtliche und zeitweise auch bezahlte Admins und Moderators jede einzelne Registrierung. Wir sahen im Telefonbuch [...]

Feb 162014
 
Die Koczian-Familiengeschichte

Dieses Blog unterbricht seinen Tiefschlaf für eine kurze Durchsage: Ich beschäftige mich ja seit einigen Jahren mit Familienforschung und das Thema hat mich mittlerweile so in Beschlag genommen, dass ich kürzlich mit Freunden und Partnern die GenSoup GmbH aus der Taufe gehoben habe. Bei GenSoup arbeiten wir an der Erstellung einer neuartigen Plattform für Online-Genealogie [...]